Engagiert im Au-pair-Wesen: DR-WALTER nimmt an der WETM-IAC in Sofia teil
25.03.2026
Vom 18. bis 20. März fand in Sofia, einer der geschichtsträchtigsten Städte Europas, die diesjährige WETM-IAC (Work Experience Travel Market & IAPA Annual Conference) statt. Rund 130 Fachleute aus 30 Ländern kamen zusammen, um sich auszutauschen, Partnerschaften zu stärken und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Während US-Organisationen traditionell stark vertreten sind, kamen in diesem Jahr besonders viele Agenturen aus Belgien und den Niederlanden. Einigkeit herrschte darüber, dass Au-pair-Aufenthalte – unabhängig vom Gastland – der aktuellen Unsicherheit in der Welt entgegenwirken und ein wichtiges Programm zur Friedensförderung darstellen.
Fortschritte bei der Entwicklung neuer Au-pair-Programme
Die IAPA International Au Pair Association e. V. setzt ihren Fokus weiterhin auf die Verbesserung und Ausweitung internationaler Programme. In der Jahreshauptversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt: Neben Geschäftsführerin Patricia Brunner übernehmen nun Jean Quinn (AIFS), Charlotte Cappa-Domenge (AFJ) und Kati Mäder (GO4AUPAIR) Verantwortung im Verband, der bereits 1994 gegründet wurde.
Ein wichtiges Thema war der Aufbau eines regulären Au-pair-Systems in Italien. Derzeit steht das Programm nur Bewerber:innen aus der EU offen. Interessierte aus Nicht-EU-Staaten müssen hohe Hürden bei den Sprachkenntnissen überwinden und haben keinen Zugang zu einem passenden Visum.
Nach Italien richtet sich der Blick nun auf Spanien: Auch dort soll ein offizielles Programm entstehen, das jungen Menschen aus aller Welt offensteht. Traditionell ehrte die IAPA zudem langjährige Mitgliedsorganisationen mit Urkunden für 10, 15, 20, 25 und 30 Jahre Zugehörigkeit.
IAPA Au Pair of the Year Award 2026
Eine großartige Initiative der IAPA ist die Verleihung des „IAPA Au Pair of the Year Award“. Die begehrte Auszeichnung ging an Jemimah Waceke Mwithiga aus Kenia, die von der dänischen Agentur Aupairagent vermittelt wurde. Jemimah hat nicht nur Dänisch gelernt und alle Tests mit Bravour gemeistert, sondern auch den Kindern ein wenig Suaheli beigebracht und eine liebevolle Beziehung zur ganzen Familie aufgebaut. Wie das Video eindrucksvoll zeigt, machte sich Jemimah die dänische Kultur wirklich zu eigen, ohne ihre eigene Identität zu verleugnen. Mit ihrer Gastmutter hat sie viel über die Unterschiede zwischen Dänemark und Kenia gesprochen: über Erziehung, Schule, Bildung und Politik, und darüber, was Freiheit und Mut für beide Kulturen bedeuten.
Wachsende Sorgen um „Au Pair in America“
Besondere Aufmerksamkeit galt in Sofia erneut dem US-Programm „Au Pair in America“, das zwar als das renommierteste und am strengsten überwachte gilt, jedoch unter politischem Druck leidet.
So reisten im Jahr 2025 nur noch 16.838 Au-pairs ein, rund 3.500 weniger als im Vorjahr – ein Rückgang von über 13 Prozent. Der negative Trend hält bereits seit einigen Jahren an, wie Mark Overmann von der Alliance for International Exchange berichtete.
Trotzdem sind Beschwerden über Aufenthalte deutlich zurückgegangen. Dies wird dem engen Austausch mit den Organisationen, den sogenannten Sponsoren, zugeschrieben. Diese müssen jede Abweichung – vom verspäteten Ausreisetermin bis zu größeren Konflikten – detailliert an BridgeUSA melden. Die hohe Regulierung stärkt letztlich die Professionalität der Vermittlungsorganisationen.
KI-Trends: Wie Kulturaustausch-Organisationen nachziehen müssen
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Nutzung generativer KI. In zwei Sessions zeigte Bojan Kordalov vom European Centre of Excellence in Brüssel, wie selbstverständlich die Generation Z KI-Tools nutzt – für Reiseplanung, Bildung, Jobrecherche und Programmteilnahmen.
Damit Organisationen weiterhin gut sichtbar bleiben, müssen sie ihre Webinhalte so gestalten, dass KI-Systeme sie korrekt interpretieren und wiedergeben können. Für Unternehmen wie DR-WALTER, die viele junge Reisende und Au-pairs betreuen, ist dies ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Abschied und Ausblick
Nach vielen Jahren an der Spitze der Wyse Travel Confederation verabschiedete sich David Chapman in den Ruhestand. Die Wahl des Austragungsortes für die WETM-IAC 2027 – die Algarve – geht noch auf ihn zurück; die Umsetzung übernimmt künftig sein Nachfolger Andrew Fenner. Fenner bringt umfangreiche Erfahrung aus Non-Profit- und Wirtschaftsprojekten sowie aus internationalen Organisationen mit und wird die künftige Ausrichtung entscheidend prägen.